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Mai 2017: Schülerpraktikum mal anders in Sachsen-Anhalt

In der Region des Arbeitskreises Wanzleben-Oschersleben in Sachsen-Anhalt gibt es für einen Bewerber gleich zwei Ausbildungsberufe im Mint Bereich. Diese Bewerberanzahl ist erschreckend gering, sodass die Unternehmen vor Ort erfinderisch werden müssen. Im Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT haben Schulen und Betriebe dann gemeinsam überlegt, wie sie diesem Trend entgegenwirken können. Entstanden ist ein Praktikumsangebot, bei dem in zwei Wochen Einblick in vier Ausbildungsberufe und drei Unternehmen geboten wird: das Berufekarussell.

Das Ziel dieses Praktikums ist für vier Schüler die Instandsetzung einer Kreiselpumpe. Dafür gehen sie nach und nach in drei Betriebe, die alle selbst ausbilden. Ihre ersten Tage verbringen sie bei der Nordzucker AG, wo sie den Metallberuf rundum kennen lernen. Hier bauen die Jugendlichen das Pumpengestell und setzen die Pumpe in Stand. Bei ihrer zweiten Station Avacon AG gewinnen sie im nächsten Schritt Einblicke in den Bereich der Elektrotechnik und setzen sich z.B. mit dem Schaltplan und dem Elektrokasten auseinander. Beim Trink- und Abwasserverband Börde nehmen sie die Pumpe dann in Betrieb und das Ergebnis von fast zwei Wochen Arbeit wird sichtbar. Zum Abschluss lernen die Schüler nach den technischen Aspekten auch noch die kaufmännische Seite kennen. Was hat uns die Instandsetzung gekostet? Wie setzen sich die Ausgaben zusammen?

In diesen zwei Wochen Praktikumszeit schnuppern die Schüler in die Ausbildungsberufe Industriemechaniker/-in, Elektroniker/-in, Fachkraft für Abwassertechnik und Industriekaufmann/-frau. „Die Praktikumsteilnehmer können nach diesen intensiven Erfahrungen entscheiden, welcher der Berufe wirklich zu Ihnen passt“, erklärt Ausbilder Lars Wärmer von Nordzucker und Vorsitzender Wirtschaft im Arbeitskreis. „Es kommen auch Jugendliche zu uns, die sich mit ihrem Berufsziel schon sehr sicher sind. Im Praktikum stellen sie dann aber doch fest, dass ihnen etwas anderes noch mehr Spaß macht.“ Genau darin sieht Wärmer den größten Vorteil des Gemeinschaftsprojekts. Die Jugendlichen werden bei ihrer Berufsorientierung unterstützt und wählen eine Ausbildung, die ihnen gefällt und die sie auch abschließen.

Viele der bisherigen Praktikumsteilnehmer haben in den drei Unternehmen schon einen Ausbildungsplatz gefunden. Aber das Projekt bietet nicht nur für die zukünftigen Azubis ein Plus, denn die Auszubildenden in den Betrieben werden aktiv in die Praktika eingebunden. „Als Ausbilder bin ich nur für die Ersteinweisung dabei. Danach setzen unsere Azubis das Projekt mit den Schülern gemeinsam um“, so Wärmer. Die Auszubildenden bekommen Verantwortung, man traut ihnen viel zu. Das motiviert sie besonders, ihr Können unter Beweis zu stellen und den Schülern ihre Berufsfelder nahe zu bringen.

Für den Ausbilder bei Nordzucker gibt es so eine Win-win-Situation in alle Richtungen: Die Schüler lernen auf einmal drei Betriebe und vier Berufe kennen, die Azubis übernehmen Verantwortung, der Aufwand für das Unternehmen ist gering und dennoch trägt das Projekt zur Nachwuchssicherung bei. Alle drei Betriebe geben ihre Erfahrungen gerne weiter.

Fragen zu dem Projekt richten Sie bitte an Lars Wärmer, Vorsitz Wirtschaft im Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Wanzleben-Oschersleben.

Lars Wärmer
Nordzucker AG, Werk Klein Wanzleben
Ausbildung – HR Education/Specialist
Magdeburger Landstraße 1-5
39164 Stadt Wanzleben

Tel.: 039209 45-241
E-Mail: lars.waermer@nordzucker.de