Teaser November17

November 2017: Neue Auszubildende aus Spanien

Demographischer Wandel, Bevölkerungsrückgang und Fachkräftemangel waren die treibenden Kräfte der KS ATAG TRIMET Guss GmbH (TRIMET) dafür, bei der Suche nach Auszubildenden neue Wege einzuschlagen. Das Unternehmen fasste im Jahr 2014 den Entschluss, mit Unterstützung der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (AZV) und des Förderprogramms „MobiPro“, Jugendlichen aus Spanien die Chance auf einen Ausbildungsplatz als „Werkzeugmechaniker/-in“ bei TRIMET in Harzgerode zu geben.

Auf der iberischen Halbinsel lebt eine Vielzahl junger Menschen, die gute fachliche Voraussetzungen und ein hohes Engagement für die Erlernung eines technischen Berufes mitbringen. Die Arbeitslosigkeit in der Region führt jedoch in vielen Fällen dazu, dass die vorhandenen Potenziale im eigenen Land unberücksichtigt bleiben. Im September 2017 lag die Jugendarbeitslosenquote in Spanien bei 37,2 % und damit deutlich über dem EU-Durchschnitt (16,6 %) und der Quote in Deutschland (6,4 %) (Quelle: Statista).

Der Entschluss, Jugendlichen aus anderen EU-Ländern die Chance auf einen Ausbildungsplatz zu geben, ist eine Sache. Diesen Entschluss in die Tat umzusetzen und passende Bewerber/-innen fernab des Unternehmensstandortes zu finden, ist eine andere. Diese Erfahrung musste auch TRIMET machen. Bei der Suche nach Auszubildenden wollte sich das Unternehmen nicht allein auf die Unterstützung der staatlichen Institutionen und Programme verlassen. Das Unternehmen nutzte den Kontakt eines Mitarbeiters zu einer Sprachschule in Spanien, um darüber Werbung für die duale Ausbildung bei TRIMET zu machen. Aus der Ferne gelang es jedoch nicht, das notwendige Vertrauen aufzubauen und die Jugendlichen in Spanien von einer Ausbildung in Deutschland zu überzeugen. Erst nachdem Mitarbeiter selbst vor Ort waren und ihr Unternehmen und das Ausbildungsprogramm vorstellten, fassten die Jugendlichen Vertrauen. Im ersten Ausbildungsdurchlauf erhielt TRIMET 60 Bewerbungen aus Spanien. Fünf Personen wurden zu einem Vorstellungsgespräch nach Harzgerode eingeladen und am Ende zwei davon eingestellt. Vor dem Start absolvierten die angehenden Auszubildenden ein Praktikum im Unternehmen. Vor und während der Ausbildung wurden die neuen Auszubildenden mit Sprachkursen, Freizeitangeboten und bei der Wohnungssuche unterstützt.

Drei Jahre nachdem die ersten beiden Spanier ihre Ausbildung aufnahmen, zieht der gewerblich technische Ausbilder bei TRIMET, Frank Wenzel, eine positive Bilanz:

„Unai Usin Bengoa, einer der ersten spanischen Auszubildenden, hat bei uns seine Lehre vorzeitig erfolgreich abgeschlossen und konnte sich bereits als fester Bestanteil einer unserer Fachabteilung etablieren. Seinem Beispiel folgen zurzeit zwei weitere junge Spanier, für die demnächst die Zwischenprüfung ansteht. Für Fachkräfte der Automobilindustrie wird es in Zukunft immer wichtiger, sich im internationalen Kontext der Branche zurechtzufinden. Ich bin der Meinung das erste interkulturelle Erfahrungen im Bereich der Berufsausbildung den Erwerb dieser Schlüsselqualifikation erheblich erleichtern.“

Den positiven Effekten steht leider auch eine Abbruchquote der Ausbildung von 50 % gegenüber. Fachlich hätten alle Auszubildenden ihren Abschluss geschafft, da ist sich Frank Wenzel sicher. Ursachen für die Ausbildungsabbrüche waren Heimweh und die langwierige Zurechtfindung in der ungewohnten Umgebung. Auch von den ersten beiden Auszubildenden aus Spanien brach einer die Ausbildung ab. Sein Kollege hingegen machte im Juni 2017 seinen erfolgreichen Abschluss und wurde von TRIMET übernommen. Mittlerweile hat er in der Region sogar ein Haus gekauft.

Das Familienunternehmen TRIMET engagiert sich seit 2006 im Arbeitskreis „Harzkreis“ und bildet aktuell 48 junge Erwachsene in technischen und kaufmännischen Berufen aus. Mit einer Übernahmequote von fast 100 % bietet das Unternehmen seinen Auszubildenden die Perspektive einer langfristigen Anstellung und sicheren Zukunft in der Region. Für die vorbildliche Integration ausländischer Nachwuchskräfte zeichnete das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) TRIMET im Jahr 2015 mit dem „Unternehmerpreis für Willkommenskultur“ aus.

Fragen zu diesem Beispiel, können Sie an folgenden Kontakt richten:

Frank Wenzel
TRIMET Automotive Holding GmbH
Aluminiumallee 1
06493 Harzgerode

Tel.:     +49 39484 50-93307
Fax      +49 39484 50302
Mail:    Frank.Wenzel@trimet.de