September 2020: Sommerschule Berufsorientierung in Chemnitz

„Die Berufsorientierung der Jugendlichen sollte trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie gewährleistet werden“ – so beschreibt Andreas Liese, Koordinator für die Berufs- und Studienorientierung der Stadt Chemnitz, die Motivation des Projekts „Sommerschule Berufsorientierung“, die Anfang bis Mitte August in Chemnitz stattgefunden hat.

Die Schulschließungen zwischen März und Mai brachten auch die Angebote für die Berufsorientierung der Chemnitzer Jugendlichen zum Erliegen. Betriebserkundungen, Betriebspraktika und Beratungsgespräche konnten nicht durchgeführt und die verschiedenen Berufsbilder nicht vermittelt werden. Trotz des großen Bemühens seitens der Lehrkräfte, Praxis- und Berufsberater sowie den Jugendlichen selbst und den Eltern konnte das entstandene Defizit in der vertieften Berufsorientierung nicht ausgeglichen werden. Die geplanten Ziele für das Schuljahr 2019/2020 wurden im Bereich der Berufsorientierung daher nur teilweise erreicht.

Um dem entgegenzuwirken fand vom 04. bis zum 20. August 2020 die Chemnitzer Sommerschule der Berufsorientierung statt. Das Projekt wurde vom Schulamt der Stadt Chemnitz initiiert und gemeinsam mit dem Netzwerk Initiative Berufsorientierung Chemnitz (IBO) umgesetzt. Dazu schloss das Schulamt der Stadt mit der BildungsWerkstatt Chemnitz, dem Verein zur Beruflichen Förderung und Ausbildung, dem Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft, der Handwerkskammer Chemnitz, dem Solaris-Förderzentrum und dem Arbeiter-Samariter-Bund Kooperationsvereinbarungen ab, in denen die Durchführung der Sommerschule im Detail abgestimmt wurde.

Diese Bildungsträger luden die Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Klassen in ihre Werkstätten und Einrichtungen ein, um ihnen praktische Einblicke in die verschiedenen Berufsbilder der Metall- und Elektrobranche, des Handwerks, der Pflege sowie in Chemie, Kosmetik, Ernährung und Gastronomie zu ermöglichen. Aufgrund von Hygienekonzepte konnten je Veranstaltung maximal 15 Plätze vergeben werden. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler wurden dabei von erfahrenen Praxisberatern, Berufsberatern und Ausbildern betreut. Die Teilnahme war freiwillig und kostenfrei.

Jeweils von 09 bis 13:00 Uhr öffneten die Bildungsträger ihre Türen. 44 Schülerinnen und Schüler nahmen an der Sommerschule teil.

In den Jugend- und Umweltwerkstätten von Solaris konnten sich die Jugendlichen beispielsweise in Analyseverfahren zur Wasseruntersuchung im Umgang mit den dafür notwendigen Geräten und Stoffen üben oder ihre eigene Seife herstellen. Der Verein zur Beruflichen Förderung und Ausbildung bot sogar ein „BOSS-Kochduell“ an. Die selbst gefertigten Erzeugnisse konnten die Jugendlichen mit nach Hause nehmen und es gab ein Teilnahmezertifikat für den Berufswahlpass. Insgesamt wurden 65 Praktikumsplätze angeboten.

Chemnitz war die einzige Stadt im Freistaat Sachsen, die ein solches Projekt entwickelte und umsetzte. „Die Chemnitzer Sommerschule der Berufsorientierung war ein voller Erfolg! Bemerkenswert ist auch, dass die Vorbereitung des Projektes in nur zwei Wochen realisiert werden konnte. Das ist ein Beleg für die hohe Kompetenz und Flexibilität des IBO-Netzwerkes in Chemnitz“, so Andreas Liese.

Aufgrund der guten Resonanz und des gezeigten Interesses der Schülerinnen und Schüler, sind die am Projekt Mitwirkenden der Initiative Berufsorientierung Chemnitz bereit, die Sommerschule der Berufsorientierung auch im kommenden Jahr durchzuführen.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Ansprechpartner für dieses Beispiel:
Andreas Liese
Koordinator Berufs- und Studienorientierung Stadt Chemnitz
Tel.: 0371 488-4035
E-Mail: andreas.liese@stadt-chemnitz.de